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| Foto Silvia Grimm |
Donnerstag, 24. Dezember 2020
Weihnachtsgruß zum Heiligabend von Pastor Karsten Heitkamp
Mittwoch, 23. Dezember 2020
Weihnachtssgrußworte vom Bürgermeister Klaus-Hinrich Singer 1. Teil
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Steinhorst,
und wieder ist ein Jahr vorüber, und was für eins. Wahrscheinlich wird man in der Rückschau vom „Seuchenjahr 2020“ sprechen, weil die Coronapandemie alles überlagert. Einschränkungen im persönlichen Bereich mögen im Moment am stärksten ins Gewicht fallen, nachhaltiger werden aber potentielle Auswirkungen auf den Arbeitsplatz, auf das Finanzwesen oder gar der Verlust von Angehörigen oder Freunden sein. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden, von daher müssen wir uns mit den Auflagen noch eine Weile arrangieren.
Was ganz generell zu monieren ist, ist die Tatsache, daß Entscheidungen immer häufiger auf der Basis von Stimmungen und öffentlicher Meinung oder auch veröffentlicher Meinung getroffen werden. Viele Zusammenhänge sind aber viel zu komplex, als daß sie in den kleinen Informationseinheiten, die in die Tagesschau passen oder noch schlimmer in die neuen Medien, hinreichend dargestellt werden können. Bei Covid 19 hat die Wissenschaft zwar wieder mehr Gehör gefunden, bei den anderen Megathemen Klimawandel, Ernährung der Weltbevölkerung und Erhalt des Friedensprojektes Europa fehlt eine entspechende Orientierung.
Zum Beispiel können wir doch nicht ernsthaft unsere Mobilität komplett auf Elektroantrieb umstellen, ohne gleichzeitig die Energiegewinnung auf grünen Strom umzustellen und für entsprechende Ladeinfrastruktur zu sorgen. Mit den geltenden Regeln geht es nicht. Der Bevölkerung zu sagen, daß die Windräder auch irgendwo stehen müssen, mitsamt allen Lasten, damit eben nicht Atomstrom aus Frankreich und Tschechien unsere Autos antreibt, ist unpopulär aber zwingend nötig. Den auf dem eigenen Dach erzeugten Strom mit der EEG Umlage zu belasten, ist zudem völlig kontraproduktiv.
Auch die Gewinnung der für die Batterien nötigen Rohstoffe muss unbedingt durch das schon lange in Bearbeitung befindliche Lieferkettengesetz geregelt werden. Die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards gehört meiner Meinung nach in die Präambel eines jeden Handelsabkommens, ansonsten müssen wir uns über Protektionismus unterhalten. Die Ziele zu formulieren aber nicht die Regeln für die Umsetzung anzupassen, ist feige und scheinheilig.
Aus Sicht einer Landgemeinde stellt es sich im Moment so dar, daß die Stadtbevölkerung mit ihrer Mehrheit die Regeln aufstellt für die Lieferung von grünem Strom, tadellosem Trinkwasser, auf höchstem Niveau erzeugten Lebensmitteln und das ganze für möglichst wenig Geld. Zugleich haben wir die Naturschutzgebiete vorzuhalten und freilaufende Raubtiere zu dulden, die Weidetierhaltung ausschließen werden.
Ende des 1. Teil
Weihnachtsgrüße vom Bürgermeister 2. Teil
🎄 🎄 🎄 🎄 🎄 🎄 🎄 🎄
Meine Worte sind dieses Jahr ungewohnt politisch, da in dieser Zeit ganz wichtige Weichen gestellt werden und in einer Demokratie der Bevölkerung die Verantwortung zufällt, Einfluss zu nehmen. Viele Politiker sich fachorientiert, viele Berichterstatter ebenso, zudem gehören sie überproportional häufig einer bestimmten Klientel an. So ist im Bundestag und im Europaparlament der öffentliche Dienst völlig überrepräsentiert. Journalisten überregionaler Medien wohnen dagegen ganz überwiegend in Großstädten und dies entspricht nicht annähernd der Lebenssituation der Mehrheit der Bevölkerung (In Deutschland wohnen momentan 32 % der Menschen in Städten, die mehr als 100.00 Einwohner haben).
Es mangelt eindeutig am oft so verpönten „gesunden Menschenverstand“.
Wie bekomme ich jetzt noch die Kurve in Richtung Weihnachten und Jahreswechsel bzw positive Aspekte? Durch das Betrachten der Vorgänge hier bei uns vor Ort:
Wie schon vor ein paar Wochen dargestellt, laufen die von der Gemeinde angeschobenen Projekte (EDEKA, Ärztehaus, Baugebiet, Brückeninstandsetzung, Dorferneuerungsprojekte) mit den ganz normal auftretenden aber überwindbaren Widrigkeiten durch oder sind schon in der Abrechnungsphase. Über Absurditäten im Bereich Bürokratie werde ich gerne später nocheinmal berichten, manch eine Behörde schießt hier weit über das Ziel hinaus. Ermessenspielräume zu nutzen und damit Verantwortung zu übernehmen, ist nicht jedem gegeben.
Diese Dinge werden Steinhorst nach Einschätzung des Rates dauerhaft positiv verändern und erfordern somit mit Recht viel Arbeit aber auch finanzielle Mittel. In diesem Zusammenhang ist ganz sicher die Veränderung im Bereich Straßenausbaubeiträge/Grundsteuern zu nennen, die auch viel zu komplex ist, um sie in einem Absatz darzustellen, da auch Kenntnisse über die Finanzierung von Kommunen und über das Umlagesystem in der kommunalen Familie nötig sind. Bei Interesse kann eine umfassende Darstellung an dieser Stelle aber gern separat erfolgen.
Nur soviel: Der Rat der Gemeinde Steinhorst ist sich komplett einig, daß eine Abschaffung der Beiträge ohne Gegenfinanzierung über Erhöhung der Grundsteuern nicht verantwortbar ist. Die Lasten der Gegenwart müssen auch von Menschen der Gegenwart getragen werden, unseren Kindern hinterlassen wir schon genug Baustellen.
Dem Rat möchte ich an dieser Stelle Anerkennung aussprechen, sich im vergangenen Jahr mit vielen verschiedenen Themen ausführlich befasst zu haben und mit großer Ernsthaftigkeit und zeitlichem Aufwand die besten Ergebnisse, fast immer einstimmig, erlangt zu haben. Wir pflegen einen respektvollen Umgang miteinander und stimmen uns eng ab. Ehrenamtliche Arbeit muss auch Spaß machen, dazu gehört, sich möglichst selten zu ärgern.
Unser Dank gebührt allen, die sich für die Gemeinschaft engagiert haben, an welcher Stelle auch immer. Halten Sie unter den gegebenen Umständen noch eine zeitlang durch, und nein, das Licht am Ende des Tunnels ist kein entgegenkommender Zug…
Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr wünscht für die Gemeinde Steinhorst,
Klaus-Hinrich Singer
Weihnachten 2020
Montag, 23. Dezember 2019
Weihnachtsgruß vom Bürgermeister Klaus-Hinrich Singer
Sonntag, 23. Dezember 2018
Weihnachtsgruß vom Bürgermeister Klaus-Hinrich Singer
| Fotos Hans-Hartmuth Müller |


