Montag, 8. Oktober 2018

Eine Bitte von Conny Zschaber an alle Landwirte

Bei Facebook ist heute eine Bitte an die Landwirte
aus der Gemeinde  Steinhorst eingegangen!

Conny Zschaber aus Steinhorst schreibt:

 
Mein Appell an die Steinhorster Landwirte!

Liebe Landwirte
Wie jedes Jahr um diese Zeit haben unsere Rothirsche wieder ihren jahrhunderte alten Brunftplatz aufgesucht und mankann dieses urige Röhren jede Nacht verfolgen. Es gibt nur noch wenige Orte in Deutschland, wo man so etwas beobachten kann und wir können sehr froh und stolz sein, dass es bei uns diese alte Tradition noch gibt.
Nur leider haben einige Landwirte ihre großen Flächen wieder mit Stromabsperrungen eingezäunt. Und dieses Jahr sind alle Felder, die in dem Gebiet der Hirsche liegen, eingezäunt. Es tut mir sehr weh, wenn ich das sehe. Einige Zäune haben die Tiere bereits eingerissen. Sicher nicht, um den Wirten oder den Feldern zu schaden, sondern weil sie einfach keine Möglichkeit haben, auf ihren alten Wiesen oder Feldern ihrem Urinstinkt nachzugehen und sich dabei frei bewegen zu können. Dafür brauchen die Hirsche nun einmal freie Flächen. Früher, noch in alten Zeiten konnten die Tiere auch tagsüber auf den Feldern zu sehen sein. Das gibt es nur noch an wenigen Orten in Deutschland. Der Mensch und seine Technik haben die Tiere zurückgedrängt, die hier schon lange vor uns gelebt haben. So trauen sich unsere Platzhirsche nur noch nachts auf die Flächen. Nur haben sie riesige Probleme, diese auch betreten zu können.

Ich halte es für sehr wichtig, dass wir Respekt für unsere Mutter Natur zeigen, dass wir auch Verständnis für unsere Wildtiere aufbringen, deren Lebensraum wir ohnehin eingeschränkt haben. Deshalb appelliere ich wiederholt an unsere Landwirte: Bitte lasst Eure Zäune weg, wenigstens während der Brunftzeit.
Straßen, Kanäle, Autobahnen haben im letzten Jahrhundert sämtliche Wanderflächen unseres Wildes durchschnitten und blockiert. Wir sollten sehr dankbar sein, dass wir hier noch solche tolle Rothirschherden haben. Liebe Landwirte, Ihr könnt' sehr viel dazu beitragen, dass dies auch so bleibt.
Mein letzter Vorschlag noch: Wenn Ihr die Felder zwischen Steinhorst und der Kreuzung B5 mit Wildwiesen bebauen würdet, dann hättet ihr Heu zum verkaufen (was z.B. dieses Jahr sehr rar ist), könntet Euch die Zäune sparen, hättet keine Probleme mit Ernteschäden und die Tiere hätten eine natürliche Weidefläche, die sie bei Bedarf nutzen können. Es steht in Eurer Macht etwas für unsere Wildtiere zu tun. Ich kann nur appellieren und auf Verständnis hoffen. Für alles das, was wir jetzt für unsere Mutter Natur tun werden unsere Kinder und Kindeskinder uns später einmal sehr dankbar sein. Ich weiß, dass es auch für Euch Landwirte nicht einfach ist in unserer heutigen Zeit noch wirtschaftlich zu arbeiten und dass es nicht möglich ist, auf jeden und alles Rücksicht zu nehmen. Aber jeder kleine Beitrag, den Ihr unserer Wildnis entgegenbringt, wird sich später einmal doppelt und dreifach auszahlen.

Conny Zschaber

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