Dienstag, 19. Oktober 2021

Bauarbeiten für Natur- und Klimaschutz: Am Jafelbach rollen wieder die Bagger - 2. Teil

Foto Meike Müller
 

Foto: In solch feuchten Senken können sich Torfmoose ansiedeln – eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen von Mooren (Bild: Meike Müller).

Presseinformation 2. Teil:

Christoph Rothfuchs, Förster für Waldökolgie der NLF, ergänzt: "Durch diverse Eingriffe des Menschen in den vergangenen 200 Jahren wurde der natürliche Wasserhaushalt des Gebiets dauerhaft gestört. Die Moore wurden entwässert und in ihrer Funktion als Wasser- und CO2-Speicher beeinträchtigt. Dies hat heute zur Folge, dass die Wassermengen in regenreichen Jahreszeiten nicht ausreichend zurückgehalten werden und damit die Heidebäche teilweise schon im Frühsommer vollständig trockenfallen. In Folge sind auf den einstmals nassen und offenen Niedermoorflächen artenarme Moorwälder aufgewachsen, die die Verdunstung des Wassers aus dem Moor noch verstärken.“ 

Das Vorhaben am Jafelbach ist Teil eines übergreifenden Moorentwicklungsprojekts des NLWKN, welches Synergien zwischen Natur- und Klimaschutz nutzt: In mehreren Schutzgebieten im Landkreis Gifhorn werden Moore wieder vernässt, damit sie ihre ökologischen Funktionen wieder erfüllen können: sowohl als CO2-Speicher als auch als wertvoller Lebensraum für seltene Arten. Gefördert wird das Projekt mit EU- und Landesmitteln des Niedersächsischen Umweltministeriums aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) nach der Richtlinie „Klimaschutz durch Moorentwicklung“. Im Zuge der Bauarbeiten zur Revitalisierung der Moore werden Entwässerungsgräben verfüllt und die Heidebäche wieder in ihre ursprünglichen Gerinne zurückverlegt. Zudem werden Fließbarrieren wie z.B. Dämme und Forstwege zurückgebaut bzw. ihre Barrierewirkung durch den Bau von Durchlässen oder Furten reduziert.

In der zweiten Oktoberwoche beginnen die Bauarbeiten mit dem Verschluss von Entwässerungsgräben in der Aue und am Oberlauf des Jafelbachs. Später erfolgen Arbeiten am Kucksmoorgraben. Voraussichtlich Ende November werden im Kucksmoorweg und der Breiten Förths hierbei neue Durchlässe eingebaut, weshalb diese Bereiche kurzfristig für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Die Bauarbeiten sollen im Februar 2022 abgeschlossen sein. Für mögliche zeitlich begrenzte Beeinträchtigungen durch Baustellenverkehr im Bereich der Zufahrtswege bittet der NLWKN um Verständnis.

Niedersächsischer Landesbetrieb für

Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz 

7. Oktober 2021

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